Unweit der Universität Klagenfurt befindet sich der Freitzeitpark Minimundus, in dem ca. 150 Miniaturmodelle von Bauwerken der ganzen Welt im Maßstab 1:25 zu bestaunen sind. Gerüchten zufolge soll Bundesministerin Elisabeth Gehrer den Gedanken geäußert haben, die österreichischen Universitäten samt Budget als neue Exponate an die Betreiber der "kleinen Welt am Wörther See" zu spenden. Weltklasse! Ihr Weitblick in Bezug auf die Zukunft der Unis scheint dem erforderlichen Maßstab ja bestens zu entsprechen! Fraglich ist, ob sich die teilweise bereits etwas abgenutzten Universitätsgebäude neben den architektonischen Meisterwerken wie der Sagrada Familia als Sehenswürdigkeiten durchsetzen werden. Als Abbild der österreichischen Bildungspolitik könnte allerdings auch der schiefe Turm von Pisa dienen. Die namensverwandte Studie lieferte ja kürzlich wieder den Beweis.
Archive for 2004-10
zwei Jahre sind nun vergangen, seit der sofastar etwas ganz anderes war, als ein star. und zwei jahre ist es her, dass zwischen ihm und einem menschen, der ihm sehr nahe stand und der ihm viel bedeutet, mehr distanz als notwendig existierte. ein bisschen mut reichte aus, um einen großen teil dieser distanz abzubauen. ein bisschen mehr mut könnte ausreichen, um wieder mehr nähe aufzubauen. gut tut, dass das notwendige gesagt wurde, um das unnotwendige zu überwinden. und auch wenn die mutigen unter uns sich oft mehr verletzen als die angsthasen, ein bisschen mut tut gut!
es gibt menschen, die einen immer ein bisschen mehr aus dem konzept zu bringen vermögen, als andere; die einem manchmal einfach keine chance lassen, sich zu verstecken; denen man sich manchmal einfach ein bisschen unterlegen fühlt; fast ein bisschen ausgeliefert; die genau wissen, was sie wollen; und was sie nicht wollen; die stark sind; und geduldig; die oft feine gedanken haben; die auch schwächen nicht verbergen; die andere hinter ihren masken hervorlocken; mit denen man lange gespräche führen kann; bei denen durch reibung auch wärme entstehen kann; die auch kanten haben, und manchmal unrund sind; die einen manchmal auch unter die oberfläche ihres lebens blicken lassen; die man nicht missen möchte. ich kenne da eine prunzessin, die ist so ein mensch. so einer. so ein feiner…
Passende Gedanken zu einem unpassenden Schauspiel, das im 20. Jahrhundert mit Sicherheit keine Bereicherung für eine zivilisierte Gesellschaft darstellt.
der herr war sein hirte. trotzdem konnte er sein schwarzes schäfchen kurt krenn nicht ganz ins trockene bringen.
trocken hingegen gibt sich der besagte alt-bischof der diözese st. pölten. der hardliner der katholischen kirche sorgte mit seiner konservativen einstellung in glaubens- und sittenfragen immer wieder für aufruhr. an mehr oder weniger qualifizierten wortmeldungen schien es ihm nie zu fehlen. auf kritik stieß er dabei auch oft in eigenen reihen.
bezüglich der anschuldigungen, er habe die diözese st. pölten schlecht geleitet und auch in der konfrontation mit dem skandal um homosexualität und kinderpornographie im dortigen priesterseminar, scheint das kirchliche schwergewicht jedoch leicht aus dem gleichgewicht geraten zu sein.

er wisse nicht, warum man ihn zum rücktritt bewegen wollte, füge sich jedoch, wenn auch enttäuscht, dem päpstlichen wunsch, und vermutet eine vernaderungs-kampagne seiner eigenen mitbrüder.
ansonsten scheint die nicht immer nur fein geschliffene verbale klinge nach der 13-jährigen amtszeit etwas abgestumpft. krenn scheint geradezu ein schweigegelübte abgelegt zu haben.
als erfolg seines langjährigen dienstes nennt krenn im standard-interview vom 9. oktober, dass ihn die menschen so lange ertragen haben. selbsterkenntnis auf dem kirchenpolitischen abstellgleis? mit sicherheit wäre in zukunft sein schweigen zu ertragen.

