Als Besitzer eines fein feinen IBM Notebooks erfreute ich mich jetzt schon zum zweiten Mal am wirklich vorbildlichen Support dieses Unternehmens. Aber alles der Reihe nach: Seit Wochen liest und schreibt mein DVD-Multi-Laufwerk keine DVDs mehr. CDs machen keine Probleme, aber DVDs scheinen einfach nicht mehr kompatibel. Ein Telephonat genügt, das Laufwerk kommt mit UPS inklusive Rückversandpaket, keine Kosten, schnell und sauber. Wahnsinn… Natürlich, IBM-Produkte haben auch einen höheren Erwerbspreis, aber in Anbetracht der Qualität und des Services muss ich sagen: Hut ab! Der Preis scheint mit der Zeit gerechtfertigt. Wenn ich mich daran erinnere, was ich mit meinem Sony Vaio damals durchgemacht habe… Bleibt nur eins zu sagen: IBM rocks!
Archive for 2005-08
Unlängst saß ich am Abend mit ein paar Freunden bei einer gemütlichen Grillage. Im Verlaufe eines Gesprächs kamen wir auf das Thema Identität. Und wir stellten fest, dass wir einer Generation angehören, die sich mit dem Erwachsenwerden irgendwie schwer tut. Zumindest wenn es um die Entwicklung unserer Identität geht. Viele wissen nicht, wie die unmittelbare Zukunft aussehen soll, von der mittelfristigen bzw. langfristigen ganz zu schweigen.

Irgendwie kein Wunder. Wir leben in einer Zeit, in der ein Mensch während seines Lebens wahrscheinlich mehr als einen Job ausüben wird müssen, in der sichere Arbeitsplätze der Vergangenheit angehören, in der das Wort eines Politikers nicht mal mehr für eine Legislaturperiode hält. Da ist es schon schwer, sich zu positionieren. Und es scheint unmöglich, eine Richtung einzuschlagen, nicht wissend, wo man ist, und vielleicht noch weniger, wohin man will. Und dann fiel mir Henry Chinaski aus Barfly und der folgende Dialog ein:
Wer sind sie?
Die ewige Frage, die ewige Antwort: Ich weiß es nicht!
Abgesehen davon, dass ich nur selten so viel saufe wie Henry Chinaski, und außerdem viel besser aussehe als Mickey Rourke, bleibe ich zuversichtlich und hoffe dass sich auf der Suche nach der Identität der Slogan der Wiener Linien bewahrheitet: Bin gleich da!
Heute vor sechzig Jahren starben innerhalb weniger Sekunden tausende unschuldige Zivilisten. Am 6. August 1945 um 8:15 warf der amerikanische B-29 Bomber Enola Gay die Atombombe Little Boy über Hiroshima ab. Man wollte einen Krieg beenden. Amerika, die Siegermacht. Mir wird übel!
Als ich neulich an der Tankstelle mein Automobil mit dem handlichen Zapfhahn penetrierte, war da plötzlich dieser Zweifel. Wo war das schöne, männliche Gefühl, das der betörende Duft des hochraffinierten Lustspenders Benzin immer in mir geweckt hatte? Dieses Gefühl von Freiheit, von Beschleunigung und Pferdestärken, von Mobilität und Motorendröhnen… Und mir fiel auf, dass ich in letzter Zeit immer seltener am Tank-Gottesdienst teilgenommen hatte. Obwohl mich die Hohepriesterin des Ablasshandels hinter der Kasse immer mit einem freundlichen aber bestimmten Imperativ zum nächsten Besuch aufforderte: Tanke vielmals! Tanke schön! (Es würde mich übrigens nicht wundern, hieße sie Ölke.) Habe ich meinen Glauben verloren? Im Prinzip nicht. Autofahren ist und bleibt etwas Wunderbares. Aber mittlerweile zähle ich wohl zu den Tank-Protestanten, denn der Preis für dieses bisschen Lust und für die Absolution von der einen oder anderen Verkehrssünde ist mittlerweile selbst mir zu hoch. Und ich antworte Ölke mit einem freundlichen aber bestimmten: Tanke nein!
Der Amerikaner James Nachtwey zählt zu den berühmtesten Kriegsphotographen der Welt. Er ist einer von jenen, die immer ganz vorne stehen. Dabei scheint es ihm einerlei zu sein, ob er seine Augen vor dem Tränengas im Nahen Osten oder vor den giftigen Dämpfen in den Schwefelminen von Kawah Ijen (Java, Indonesien) schützt. Er hält sie auf jeden Fall offen und berichtet mit seinen Bildern von einer Welt, vor der wir sie oft verschließen.
"I have been a witness, and these pictures are my testimony. The events I have recorded should not be forgotten and must not be repeated."

Romania, 1990 – An orphanage for "incurables".
Quelle: www.jamesnachtwey.com
Im Dokuportrait "War Photographer" von Christian Frei spricht Nachtwey auch darüber, wie er es vor allem vor sich selbst rechtfertigt, sein Geld zu verdienen, indem er das Leid und den Tod von Menschen ablichtet. Er sieht darin jedoch eher eine Aufgabe: Zeuge zu sein und zu berichten, von jenen, auf die wir oft vergessen, und von jenen, die selbst nicht die Möglichkeit haben, auf sich aufmerksam zu machen. "Wer, wenn nicht wir…" fragt er, und meint damit Photographen und Journalisten seiner Sorte, "…wirft einen Blick auf diese Dinge oder berichtet davon?" Nachtweys Bilder berühren auf eine unangenehme Weise und sind doch oft gekennzeichnet von einer speziellen Ästhetik, von Ausdruck und vor allem von Achtung vor den Menschen und dem Leben.
