
im klagenfurter hafenviertel gibt es eine kneipe in der sich üble gestalten herumtreiben. so auch der sofastar, ein ähnlich wilder hund wie raimund harmstorf, der 1971 in einer jack london verfilmung als seewolf eine rohe kartoffel mit bloßen händen zu püree verarbeitete.
in diesem etablissement sieht man sich nicht nur von den üblichen verdächtigen umgeben, die meist frühzeitig das weite suchen, sondern auch von wahren abenteurern, argonauten der nächte, die am späten tresen weder tod noch teufel fürchten.
da verkehrte letztes wochenende zum beispiel august der vierte, auch berühmt und berüchtigt als der schöne august, der den frauen genau so abgeneigt ist wie wolfgang ambros dem wein. ebenfalls anwesend war frau p., die als hafenbraut im passenden tiger-lilly kostüm mit goldenen cowboy-stiefeln wie immer bezaubernd aussah. genauso wie frau m., die ein fein feines lächeln verbreitete. der zeremonienmeister mo.t sorgte zu später stunde mit seiner playlist für die aufhebung der trägheitskräfte und dafür, dass wir bald wie brownsche teilchen den gesamten raum ausfüllten, während der schrullige herr b. seinen dienst im kampf gegen die dehydrierung aller anwesenden versah.
und das funkeln der discokugel sorgte dafür, dass wieder mal nur ein gedanke übrig blieb:
oh my god, it is full of stars!
aufgrund des laschen winters stimmt mein energiehaushalt überhaupt nicht! der über die spätsommermonate sorgfältig im voraus angegessene winterspeck wird durch mangelnde verbrennung, die auf zu hohe außentemperaturen zurückzuführen ist, nicht zufriedenstellend abgebaut. somit schleppe ich jede menge kilogrämer mit mir herum, die dafür sorgen, dass das, was sich soziales umfeld nennt, immer glaubt mir ginge es ausgezeichnet. so wie heute frau s., die nach der frage wie es mir denn so ginge auf meine es-ginge-ganz-gut-anwort genau dieses das-sehe-man von sich gab, dass ich in dem moment gerade nicht unbedingt gebraucht hätte. naja, es wird ja bestimmt noch kälter. dann müssen sich die anderen warm anziehen, und ich… ich habe vorgesorgt.
seine stoffität (auch bekannt als der herr t.) hat sich ein upgrade geleistet. er kann jetzt auch mit wahnsinnniger geschwindigkeit das internet aussaugen.
er: statt 768/128 jetzt 4096/512 und fair use.
ich: das nenn ich einen kleinen fortschritt.
er: ein kleiner für die menschheit, ein großer für mich in dem fall!
tswei stunden tsanartst betsiehungsweise eher tsanfleishauer. pfünpf ampullen smertsmittel. tsuerst drei. dann nochmals tswei. ergebnis: gesichtslähmung tswisen den ohren, dicke lippe, imaginäre verwandsapft mit inspektor columbos basset, trotsdem smertsen. noch tswei termine. keine frohe botsapft…
klugscheißer wie ich haben's oft nicht leicht. vor allem weil klugscheißer wie ich nicht einfach nur so klugscheißen, nein! klugscheißer wie ich tun das meistens auf eine argumentative art und auf der basis intersubjektiv überprüfbarer informationen. was klugscheißer wie mich manchmal unbeliebt macht. vor allem bei klugscheißern die nicht verstehen was intersubjektiv heißt.
passender könnte es wohl nicht sein. mein freitag ist da! als ich heute nach hause kam, lag er wie ein treuer hund vor meiner haustüre, und wartete geduldig auf mich. freude groß.


der sofastar erfreut sich einer größeren rezeption als angenommen. mittlerweile sehen sich unternehmen dazu gezwungen, ihren mitarbeitern den zugang zu diesem weblog zu verbieten. von grenzübeschreitung ist die rede, und von unmoralischem inhalt, wo es sich doch eigentlich nur um ein kleinod meines beschränkten geistes handelt. heute berichtete mir ein enttäuschter herr t. durchaus schmeichelnd:
Wer hätte das gedacht? Das Zentrum der Ausgewogenheit, die Basis aller Seriösität, Grundlage fundierter Berichterstattung und kritisches Zeitgeistmedium in einem, kurzum, die absolute Notwendigkeit an täglicher Information, und dann dieser plötzartige, unerwartete moralische Verfall, der sich in dieser kurzen, harten Meldung manifestiert.
sehen sie selbst:

wie dem auch sei, ich werde auch in zukunft die pseudoliterarischen ergüsse meines gehirns in den rhizomartigen digitalen äther einfließen lassen. und wenn meine subklinische intelligenzstörung grenzüberschreitendes und vermeintlich unmoralisches produziert, dann ist das schon in ordnung so. denn in wirklichkeit bin ich moralisch gefestigt, sittlich einwandfrei und zum verzicht geboren…
wahnsinn! die frau oberfachinspektorin hat mir heute gesagt, dass mein ton unangebracht sei. in wirklichkeit war ihre interpretation einfach nicht kongruent mit meiner intention. seien sie mir nicht böse, aber wenn ich eine frau oberfachinspektorin wäre, hätte ich, glaube ich, andere sorgen…
robinson crusoe hatte seinen eigenen. frau p. hat auch schon seit langem einen. und der sofastar ist laut frau p. diesbezüglich ein nachzügler. nichts desto trotz. jetzt hab ich auch meinen eigenen. was? naja, meinen freitag. und was das mit dem artikel anbelangt… mein freitag is doing gender the male style.

Quelle: www.freitag.ch
den eigenen freitag kann man übrigens ganz einfach im internetz drinnen bestellen. per vorauskasse, oder mit kreditkarte. sobald mein freitag bei mir zu hause gelandet ist, gibt's natürlich ein originalphoto…