da denkt man an schöne gärten, an koi-karpfen, an samurai, ehre und tapferkeit, an zivilisation und kultur… und dann? dann schlägt das 11. gebot wieder voll zu! immer wieder beweist der mensch, in diesem fall der japanische, dass er wohl das blutrünstigste und unzivilisierteste lebewesen auf diesem planeten ist. wer's nicht glaubt, soll sich diesen link ansehen. unglaublich, wie würdelos und brutal mit leben umgegangen wird. wer so wie ich die hoffnung nicht aufgeben will, dass wir irgendwann aus diesem albtraum erwachen können, und wer zumindest den versuch unternehmen möchte, diese grausamkeit zu stoppen, der kann das hier tun.
Archive for 2007-02
wegen einem photoapparat wär's gewesen. ja, ich will ein neues digitales photo-knips-dings. daher war ich heute mal kurz am sechsten planeten unseres sonnensystems, um mir einen überblick zu verschaffen. von hinten überfällt mich eine verkäuferin mit der frage, ob sie mir helfen könne. ich seh sie kurz an und will ihr die frage schon zurück geben, aber da geiz ja geil ist, spare ich mir das. nein, sage ich, und sie huscht davon.
kurz darauf betritt ein pärchen vom lande die szene. zwei menschen – für die der besuch des einkaufszentrums einer großwild-safari gleicht – auf der jagd nach einem digitalen camcorder. die verkäuferin huscht, fragt, findet ihre opfer, legt los und sich mächtig ins zeug. ich lausche. tut man nicht? ich schon! wahnsinn, denke ich mir, die hat etwas, was ich nicht habe: die hat keine ahnung! verdutzt steht das pärchen vom lande wie vor einer außerirdischen [sechster planet des sonnensystems!], augen und mund weit geöffnet, und die verkäuferin hat glück! man trifft nicht immer jemanden, der noch weniger von dem versteht was man sagt, als man selbst.
und plötzlich klinkt sich bei mir der hausverstand aus der billa-werbung ein. ob ich mir bei diesen preisen wirklich eine qualifizierte beratung erwartet hätte? ich denke kurz nach, und dann lüg ich ihn an und sage: ich bin doch nicht blöd, mann!
office 2007 sieht ja ganz nett aus, bis auf das blaue, das ich nicht mag, ich hätts gern weiß, geht aber nicht. und da ich nur eine 'testversion' auf meinem uraltrechner installiert habe, geht das mit office 2007 ja eigentlich auch nicht. aber einmal kurz schauen muss ja wohl erlaubt sein, oder?

also… nun… das sieht ja ganz hübsch aus, und tippsen kann man auch und so. aber ich habe es in ca. 15 min nicht geschafft, die textbegrenzung sichtbar zu machen. schockierend. der wow-effekt war nicht so groß, und die find the feature* sache macht zwar kurzfristig spaß, kostet aber zeit. und von dieser wird wohl auch noch ein bisschen vergehen, bevor ich mich wieder auf die suche nach ein paar einstellungen im neuen office mache…
* © by georg holzer
seit der erfindung des mobiltelephons hat sich einiges verändert. damals klang ein klingelton noch wie ein klingelton und nicht wie der aktuelle hit einer pop-ikone der kulturindustrie. damals stiegen bands aber auch noch aus feuchten probekellern empor, um sich in den charts nach oben zu arbeiten, anstatt identitätslos aus dem nichts an die spitze produziert zu werden, um kurz danach, inklusive klingelton, abgelutscht und kommerziell ausgesaugt unten wieder anzukommen. damals sah man auch noch 'ohne maulkorb', anstatt weblogs zu schreiben, aber das ist eine andere geschichte…

im zeitalter der viertel-anschlüsse war telephonieren noch eine herausforderung! kognitiv, weil man sich nummern merken musste; feinmotorisch, weil die betätigung der wählscheibe gefühl erforderte und einem den kleinsten fehler nicht verzieh (löschtaste gab es damals keine); grobmotorisch, weil das gewicht des hörers durchaus in der lage schien, einen tennisarm zu verursachen. und es war viel spannender und geheimnisvoller. man wusste ja immer erst nach dem rangehen, mit wem man es zu tun hatte. heute ist das umgekehrt – wissen ist vorher, rangehen ist vielleicht. heute merken sich manche nicht mal ihre eigene nummer. und das gewicht der telephone ist so verschwindend klein wie ihre größe, die mit der mobilität dafür verantwortlich ist, dass man die dinger ständig sucht. trotzdem soll das nicht heißen, dass ich das mobile zeitalter nicht befürworte. im gegenteil, ich kann mich wohl zu den ersten zählen, die vor viele jahren noch unsummen von geld in tragbare telephonzellen investierten, in einer zeit, in der mobiltelephone einen noch zum protzer oder zum italiener machten. aber wahrscheinlich komme ich mittlerweile in ein alter, in dem man einfach über die 'guten alten zeiten' nachdenkt, und zu denen gehört nun auch mal der gute alte plain old telephone service…
zuerst mal die fakten: ich bin der alleinige gott der unentschlossenheit und entscheidungslegastheniker. an sigmund freuds dritter kränkung der menschheit krankt es auch bei mir. dennoch versuche ich der alleinige und uneingeschränkte herrscher über mich und alle meine multiplen persönlichkeiten zu sein, die anwesenden, abwesenden und abgespaltenen persönlichkeitsteile, inklusive der splitter-nackt-gruppen, eingerechnet. sie alle besitzen seit dreiunddreißig jahren mitspracherecht. sozusagen wäre das dann so was wie eine parlamentarisch-monotheistische monarchie. und die schweiz wäre im vergleich zu mir ein entwicklungsland, denn da war das mitspracherecht für frauen erst 1990 in den letzten kanton vorgedrungen. aber ich komme vom thema ab, denn eigentlich hatte ich mich dazu entschieden, über die entscheidungsfindung zu schreiben. sie merken vielleicht schon, wo das problem liegt…
als ein ich vor kurzem über das nichtrauchen nachdachte, ging ein raunen durch die hinteren reihen, und mein van der bellen-ich wurde ganz unruhig. so unruhig, dass es sogar damit drohte den raum plötzartig zu verlassen, und auf den balkon eine rauchen zu gehen. mein kreatives innovations-ich versuchte diese unruhe sofort zu nutzen und präsentierte eine unzahl von beachtenswerten ideen. es wurde jedoch vom sparefroh-ich unterbrochen, welches das berühmt-berüchtigte kärtchen in die höhe hielt, auf dem die jährliche budgetbelastung durch nikotinkonsum schwarz auf weiß zu lesen war. gleichzeitig verwies es auf budgetäre beschränkungen, über welche sich auch das innovations-ich nicht hinwegsetzen könne. das selbstbewusste ego-ich sagte nur 'papperlapapp, wenn wir wollen dann geht das schon, es gibt ja viele möglichkeiten!', und sicherte sich damit den beifall des innovations-ichs. vor allem auf die vielen möglichkeiten müsse unbedingt näher eingegangen werden! dadurch angeregt wollte sich das meist im hintergrund schlummernde aber omnipräsente alleskönner-ich gerade in jenem augenblick einklinken, als das gedulds-ich ein 'eile mit weile…' in die menge warf. schließlich, und dabei richtete es seinen blick auf das vernunfts-ich, sollte alles gut durchdacht sein. als angesprochener nickte ich zustimmend, wurde aber vom abenteuer-ich unerbrochen, welches… ich erspare ihnen den rest. es ist eben nicht leicht, ein gott und souveräner herrscher über sich selbst zu sein…
