Archive for 2007-07

Stefan hat hier bereits geschrieben, was in Kärnten so als Kultur gilt. Auch wenn die Lage mehr hoffnungslos als ernst erscheint, gibt es aber noch kulturelle Kleinodien, die sich großer Begeisterung erfreuen.

So konnte ich gestern "Schwedisch für Fortgeschrittene" im Freiluftkino im Burghof in Klagenfurt gemeinsam mit einer wirklich beeindruckenden Menge von anderen Film- und Kinoliebhabern genießen. Und während die täglichen Nachrichten (wie so oft) eigentlich zum Weinen waren, war der Film wirklich zum Lachen. Go Freiluftkino!

Open Air Kino Programm
Infos auf Google-Maps

Category: The Daily Star

Ein Dramolett von sofastar

(Abend. Dieter K., Betreiber einer ehemaligen In-Discothek am Wörther See, betritt mit anderen Unbekannten ein Lokal in der Klagenfurter Innenstadt. Die zwei am Tresen lehnenden Lichtgestalten der Szene analysieren gekonnt und trocken.)

DER ERSTE: Der eine hat ein Frisurproblem.
DER ZWEITE: Adiletten gehen gar nicht.
DER ERSTE: Adiletten gehen schon.
DER ZWEITE: Nein.
DER ERSTE: Aber das Frisurproblem ist schlimm.
DER ZWEITE: Das stimmt.
DER ERSTE: Sollen wir es ihm sagen?
DER ZWEITE: Nein.
DER ERSTE: Es wäre vielleicht lustig.
DER ZWEITE: Nein.

(Pause)

DER ERSTE: Glaubst du nicht?
DER ZWEITE: Nein.

(Dieter K., der Adiletten-Mann und das Frisurproblem gehen ab. Die zwei Lichtgestalten blicken ihnen zufrieden hinterher, schließlich kann nicht jeder zu den Guten gehören.)

Category: The Daily Star

Die Freitagswahrscheinlichkeit beträgt heute 100%, und "freitag" ist mit 13,5% die Nr.1 der Suchanfragen auf sofastar.at. That's it.

Category: The Daily Star

…and the living is easy. In der zweiten Ferienwoche macht sich das Sommerfeeling in mir breit. Die heißen Tage können mir zwar genauso gestohlen bleiben wie die Menschenaufläufe in den öffentlichen Bädern, aber die lauen Abende und die entspannten Nächte, die waren schon immer mein Ding.

Category: See/Read/Listen

Am 23. Oktober 2002 besetzen 41 tschetschenische Rebellen das Moskauer Theater an der Dubrowka, in dem das Musical NORDOST aufgeführt wird. Sie bringen 850 Geiseln, Darsteller und Bedienstete in ihre Gewalt und drohen mit der Sprengung des Theaters, sollte Russland seine Truppen nicht sofort aus Tschetschenien abziehen. Am dritten Tag stürmen russische Spezialeinheiten das Theater mit Hilfe eines unbekannten Betäubungsgases. Alle 41 GeiselnehmerInnen werden getötet. Aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und durch die Folgen des Gases kommen aber auch 129 Geiseln bei dieser "Befreiungsaktion" ums Leben.

k.l.a.s. 2007

k.l.a.s. lässt mit Torsten Buchsteiners Stück NORDOST das Geiseldrama erneut in einem Theater stattfinden. Dabei wird aus der Sicht einer Geiselnehmerin, einer Geisel und einer Ärztin ein Blick auf die Geschehnisse geworfen. Die Perspektiven, Gefühle und Schicksale seiner Protagonistinnen verdichtet Buchsteiner in Mono-, Dia- und Trialogen zu einer Reise in eine Welt des Terrors, der Gewalt, des Glaubens, der Hoffnungslosigkeit und der Ignoranz.

Gut inszeniert und gut gespielt ist die diesjährige Produktion von k.l.a.s. den Aufstieg auf die Heunburg in der Nähe von Völkermarkt auf alle Fälle wert! Also: hingehen und ansehen.

Category: The Daily Star

Sich zwei Tage als Hundesitter zu verdingen ist mal was Neues. Kaum ist so ein Hund im Haus, ist alles anders. Abgesehen davon, dass die Wohnung viel kleiner wirkt als sonst, fühlt man sich ständig dazu veranlasst, mit dem Wauwau etwas zu unternehmen. Sich an den Schreibtisch zu setzen und zu arbeiten fällt schwer; sofort macht sich das schlechte Hunde brauchen doch Bewegung Gewissen bemerkbar… Naja, dann gehen wir halt noch eine Runde. Und noch eine. Und noch eine. Und noch eine. Und noch eine…

Category: Outside The Box

Vor einer Zeit hatte ich eine Idee. Ich dachte mir, dass es vielleicht nicht uninteressant sein könnte, bekannte Werbeslogans, Claims oder Redewendungen und ebenso bekannte Bilder aus ihrem Kontext zu lösen, und durch eine unkonventionelle Rekontextualisierung sowohl den Bildern als auch den Botschaften eine andere Bedeutung zu verpassen. Damit klar wird, was ich meine, hier das erste Beispiel:

Vorsprung durch Technik

Vorsprung durch Technik

Der Slogan stammt von Audi, das Bild so viel ich weiß von Reuters. Ich habs aber vom Internet…

In den frühen 70ern sang John Lennon noch von der Vorstellung, dass die Welt eines Tags eins sein könnte. In den späten 70ern beauftragte der Club Of Rome einige Wissenschaftler mit einer Studie, die sich mit der zukünftigen Entwicklung dieser Welt beschäftigen sollte.

Dazu fütterte man eine World3 genannte Computersimulation unter anderem mit Daten des Bevölkerungswachstums, des Rohstoffverbrauchs und der Schadstoffemission. Damals stellte sich heraus, dass die Stabilität des Systems Erde nicht aufrecht zu erhalten wäre. In der Publikation "Die Grenzen des Wachstums" veröffentlichten die Forscher ihre Ergebnisse und prognostizierten den Kollaps dieses Planeten, wie immer er auch aussehen möge, für das Jahr 2030.

Heute, dreißig Jahre später, hat sich dieses Datum zwar verschoben, dafür wurde etwas anders deutlich: Um zum heutigen Zeitpunkt das Funktionieren des Systems gewährleisten zu können, wären bei der aktuellen Weltbevölkerung, dem Verbrauch der Rohstoffe und der Schadstoffemission ungefähr 1,25 Planeten Erde notwendig. Die Grenzen des Wachstums sind somit nicht nur erreicht, sondern seit den 90ern bereits überschritten.

Heute müsste man im Sinne John Lennons also nicht davon singen, ob die Welt eines Tages eins sein könnte, sondern davon, ob eine Welt wohl genug sein wird…

Category: See/Read/Listen

vor ein paar Tagen vom Standard geschenkt bekam. Nach zwei Nachmittagen Lesespaß voller Wortwitz und flockiger Formulierungen bin ich überzeugt: Glattauer küsst wundervoll…

Category: The Daily Star

Gestern Abend zufällig auf ATV reingezappt und über eine Sendung über Lehrlinge gestolpert. Lehrstellen sind ja bekanntlich knapp. Professionelle Jausenholer und Werkstättenputzer erfreuen sich nicht mehr der beträchtlichen Nachfrage wie einst, und wer nicht schon in der Pflichtschule gelernt hat, auf einem kompetitiven Markt zu bestehen, der tut sich doppelt schwer.

Aber nicht nur die Knappheit der Lehrstellen sorgt für eine zunehmend perspektivenlosere Situation Jugendlicher. Ein stiefmütterlich vernachlässigtes Bildungssystem und eine oft überforderte bzw. desinteressierte Elternschaft bringen meiner Meinung nach auch Bewerber hervor, die den Grundanforderungen einfach nicht entsprechen.

Wenn ein angehender Tischler bereits aus hundert Millimetern einen Meter macht, liegt es auf der Hand, dass er damit nicht nur die Möbelstücke sondern auch seine Jobaussichten beträchtlich verkleinert. Gravierende Bildungsmängel sorgen somit dafür, dass aus vorhandenen Lehrstellen sozusagen Leerstellen werden.

Was man dagegen tun könnte? Ich glaube ein Bildungssystem, dass sich an anderen Werten als PISA-Studien oder dem Bologna-Prozess orientiert wäre schon mal ein Anfang. Diesbezüglich kann ich den Gedanken von Konrad Paul Liessmann sehr viel abgewinnen. In seinem Buch Theorie der Unbildung beschreibt er die durchaus denkwürdige Entwicklung des Bildungssystems und entzaubert Begriffe wie Bildungsreform und Wissensgesellschaft, die so oft positiv bewertet in unsere Köpfe gepflanzt werden.

Ob die Gesamtschule hier etwas verändern kann, wage ich zu bezweifeln. Ich denke sogar, und auch hier schließe ich mich Liessmann an, dass die Reform der Reform der Reform nichts anderes sein wird, als die Lösung vieler Probleme, die selbst zum Problem wird. Ich ließe mich aber sehr gerne vom Gegenteil überraschen…