Archive for 2007-08

Wahnsinn. Abschlachten. Ausweiden. Aufessen. Dann lapidar folgenden Spruch loslassen:

Schauen Sie mal, was da passiert ist.

So geschehen in Wien. Mehr dazu:

Mord im Obdachlosenmilieu [derstandard.at]
Der deutsche Menschenfresser [bild.de]

Category: Least Wanted

Schicksen-Susi saß heute im Café. Ich warf ihr einen Blick zu. Voller Überheblichkeit. Und ich bin mir sicher, sie hätte zurück geworfen, hätte sie geblickt. Schicksen-Susi mag ihr Äußeres mehr als Nebensätze. Blond hin oder her, Schicksen-Susi ist mir zuwider und ein Paradebeispiel für die Art von Menschen, ohne die meine Welt auch nicht übel dran wäre. Leben lassen hat eben mit mögen nichts zu tun. So viel steht fest. Der Rest steht im Prospekt…

Category: The Real Life

Man tut was man kann und drapiert sich auf das Sofa, hört dem Regen beim Fallen zu und denkt an die Arbeit, die getan werden wollte. Zu kurz war er, der Sommer. Und die Nächte waren zu lang. Schreiben wollte man, musste man, hat man aber nicht. Irgendjemand spricht die Wahrheit auf die Mailbox. Bald wird man wieder arbeiten. Man ist uneins, mit der Wahrheit und mit sich selbst. Und trotz allem ist klar: the juice is worth the squeeze, and life is full of stars!

Category: The Daily Star

Noch 200 Jahre sparen...

Category: The Daily Star

Microsoft schreibt nur Gutes über Microsoft. Canberra schreibt nur Gutes über Canberra. Texaco, Scientology, Dell und die CIA schreiben auch nur Gutes über sich selbst. Unglaublich! Dank des Wikiscanners wissen wir nun also, wer was über sich selbst schreibt. Macht ja Sinn, die Wiki-Leser darauf aufmerksam zu machen, dass die Beiträge eben alles andere als "objektiv" sind. Ich glaube aber nicht wirklich, dass die Qualität der Artikel auf diese Weise erhöht werden kann, geschweige denn, dass die Über-sich-selbst-nur-gutes-schreiber vom Über-sich-selbst-nur-gutes-schreiben abgehalten werden können…

Category: The Daily Star

Ich frage mich gerade, ob die durchschnittliche Lieferzeit der Essenszusteller signifikant mit den Klischees der Arbeitsmoral zusammenhängt?

Mexikaner: 50 Minuten
Italiener: 35 Minuten
Chinesen: 15 Minuten
Category: The Daily Star

2 Zwiebeln unter Tränen kleinhacken, mit einem Schuss Olivenöl in einem großen Topf anschwitzen. In der Zwischenzeit 2 kg österreichische Tomaten in Würfel schneiden. Dabei nicht vergessen, die Strünke zu entfernen! Die klein geschnittenen Tomaten zu den angeschwitzten Zwiebeln in den Topf geben. Rühren und Würzen. Das ganze eine halbe Stunde lang kochen lassen. Danach mit dem Stabmixer eine richtige Schweinerei verursachen einen echten Nitsch in die Küche zaubern, und etwas Zucker in die ganze Sauce geben. Etwas mehr Zucker. Noch einen Esslöffel Zucker. Bei der Zuckerzugabe am besten die Anzahl der Esslöffel nicht zählen. Aus Sicherheitsgründen noch einen Esslöffel Zucker dazugeben. Das ganze noch eine Runde stabmixen, bis alles schön cremig ist. Und fertig ist die Tomatenmarmelade…

Category: The Daily Star

Frau P. hat nun endlich einen Gewerbeschein in der Tasche. Zumindest fast. Der Befähigungsnachweis ist erbracht, der Bescheid wurde ausgestellt und Frau P. darf sich bald "Damenkleidermacher" nennen. Ja, ganz genau, Damenkleidermacher! Ganz ohne "in" hinten dran. Irgendwie ist es mir unverständlich, warum Behörden es noch immer nicht schaffen, so grundlegende Dinge zu gendern. Ist es wirklich noch immer nicht Zeit für Damenkleidermacherinnen? Oder bin ich da wieder mal zu sensibel, was den Sprachgebrauch angeht?

Wie man vielleicht von Bertolt Brecht wissen kann, macht sich die Dummheit unsichtbar, indem sie sehr große Ausmaße annimmt. Und bei viel Dummheit sind kluge Köpfe ganz normal verdächtig! Unter Verdacht steht daher auch der Berliner Stadtsoziologe Andrej H., der aufgrund seiner Forschungsarbeit von der Polizei mit einer militanten Gruppe in Verbindung gebracht wurde. Es folgte eine einjährige Überwachung, bevor es zu guter Letzt zur Inhaftierung kam.

Soziologie und Stasi 2.0

Bisher sind nur wenige Details aus den Polizeiakten an die Öffentlichkeit gedrungen. Unter anderem, dass Andrej H. von der Polizei jene geistigen Fähigkeiten attestiert werden, die für das Verfassen der anspruchsvollen Schreiben jener militanten Gruppe notwendig wären. Außerdem hätte er als Wissenschafter Zugang zu umfangreichen Bibliotheken, die ihm bei der Erstellung dieser Schreiben hilfreich sein könnten.

Potzblitz! Man sollte in Zukunft wohl versuchen, einen weniger elaborierten Sprachgebrauch an den Tag zu legen, und vor allem Begriffe wie Gentrification oder Prekarisierung zu vermeiden. Zwei Schlüsselbegriffe, die Andrej H. mitunter in die Bredoullie brachten. Auch hier wurde schon einmal über das Prekariat geschrieben, und auch ich habe als Student Zugang zu umfangreichen Bibliotheken. Sollte ich mich bereits beobachtet fühlen???

Google Suche führte ins Gefängnis
[Der Standard, 23.08.2007]

Kommissar Google jagt Terroristen
[taz, 23.08.2007]

Das Verbrechen der Soziologie
[Saskia Sassen & Richard Sennet in der taz, 23.08.2007]

Durch Google-Suche in die Einzelhaft
[heise online, 22.08.2007]

Jede Wissenschaft würde unter einem Anfangsverdacht stehen
[Peter Nowak auf Telepolis, 09.08.2007]

Category: Soulsugar

Ausgehen und Freunde treffen. Durch die Kneipen ziehen. Mit Ihr übrig bleiben. Sich verlieben. Nicht den Mut haben. Sich verabschieden. Bevor es zu spät ist. Zu ernst ist. Diesen einen Satz hören. Ihn einfach unwiderstehlich finden. Sie auch.

Schade, und ich dachte wir würden uns noch ein bisschen küssen…

Also küssen. Ohne Mut. Dafür mit Überraschung. Mit jedem Kuss ein bisschen tiefer hineingeraten. Es genießen. Es ernst sein lassen. Vielleicht zu ernst…