Archive for Science

[...] je mehr die an der Hochschule erworbene Qualifikation eine Qualifikation für einen spezifischen Arbeitsprozeß darstellt, um so mehr wird die geistige Arbeit proletarisiert, d.h. zu einer Ware; um so mehr ist die Ware »geistige Arbeitskraft« gezwungen, sich auf einem »Arbeitsmarkt für geistig-wissenschaftliche Qualifikation« zu verkaufen, um so mehr wird der Preis dieser Ware auf ihre Reproduktionskosten, d.h. auf ihren Wert herabgedrückt, um welchen sie, durch die jeweiligen Verhältnisse von Nachfrage und Angebot verändert, oszilliert. Und je mehr dieser Proletarisierungsprozeß fortschreitet, um so mehr wird die Arbeitsteilung im wissenschaftlichen Bereich mit den unvermeidlichen Begleiterscheinungen der Überspezialisierung und des »Fachidiotentums« vorangetrieben, um so mehr wird der Student gefangen in einem den Verwertungsbedingungen des Kapitals unterworfenen Spezialunterricht. Und je fragmentierter die geistige Qualifikation, je fragmentierter der geistige Arbeitsprozeß wird, um so mehr verallgemeinert sich der entfremdete und entfremdende Hochschulunterricht zu einem Produktionsprozeß von entfremdeter und entfremdender, unter das Kapital real subsumierter geistiger Arbeit. (Mandel 1974, S. 244)

Mandel, Ernest (1974). Spätkapitalismus. 3. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

War wohl nix. Die Typen mit diesem CERN-Dings können's wohl doch noch nicht, das mit den schwarzen Löchern, die schwuppdiwupp mal einfach so die Welt in sich aufsaugen. Wer es nicht glaubt, kann hier nachsehen.
Also… sit down. relax.

We have become so open minded that our brains have fallen out (Rorty, 1991, p. 203).

Rorty, Richard (1991): Objectivity, Relativism and Truth. Cambridge: Cambridge University Press.

Die T-Gruppe ist ein typisches Setting der Gruppendynamik. Die T-Gruppe ist eine Forschungsgruppe und das Forschungsobjekt der T-Gruppe ist … die T-Gruppe! Die T-Gruppe konzentriert sich dabei auf das "Hier und Jetzt", das heißt sie beschäftigt sich mit dem, was in der Gruppe geschieht. In den meisten T-Gruppen entwickelt sich eine gewisse Dynamik, unterschiedliche Phasen zeichnen sich ab, bestimmte Prozesse werden durchlaufen, und wenn alles halbwegs gut geht, dann werden diese Prozesse und Phasen der Gruppe bewusst… Letze Woche ist nicht alles gut gegangen. Dynamisch war es trotzdem, und interessant…

Category: Economy, Science

Ich zähle eher zu den leidenschaftlichen als zu den kompetenten Kapitalismuskritikern und Sozialromantikern. Aus einem einfachen Grund: Wirtschaft gehört zu jenen Dingen, von denen ich kaum eine Ahnung habe und die ich oft nicht verstehe. An sich keine schlimme Geschichte. Wer aber mitreden und das Maul aufreißen will, sollte auch Bescheid wissen. Herr T., gewissenloser Banker und Vorzeigekapitalist, erwies sich diesbezüglich bereits des Öfteren als ausdauernder und geduldiger Nachhilfelehrer. Seine Zeit ist jedoch beschränkt, daher muss ich mir einige Grundlagen wohl selbst erarbeiten. Nun gut, Lesson One:

10 Principles Of Economics

  1. People Face Trade-Offs
  2. The Cost Of Something Is What You Give Up To Get It
  3. Rational People Think At The Margin
  4. People Respond To Incentives
  5. Trade Can Make Everyone Better Of
  6. Markets Are Usually A Good Way To Organize Economic Activity
  7. Governments Can Sometimes Improve Market Outcomes
  8. An Economy's Standard Of Living Depends On Its Ability To Produce Goods And Services
  9. Prices Rise When The Government Prints Too Much Money
  10. Society Faces A Short-Run Trade-Off Between Inflation and Unemployment

Literatur:
Mankiw, Gregory N./Taylor, Mark P. (2006): Economics. London: Thomson.

Was mir als berufstätigem Studierenden manchmal abgeht ist die Teilhabe am Campusleben. Damit meine ich nicht die diversen Parties und Kneipentouren, sondern die Diskussionen und die Auseinandersetzung mit studienrelevanten Themen, anderen Lesarten und Meinungen als den eigenen. Prinzipiell Dinge, die im Wissenschaftsbetrieb gang und gäbe sind und die doch unter Studierenden zu kurz kommen. In vielen Bereichen wird die Universität als Ausstellungsbehörde für am Arbeitsmarkt mehr oder weniger taugliche Qualifikationen und Titel betrachtet. Eine vertiefende und kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten stellt oft die Ausnahme dar, von der Studierende jedoch nur profitieren könnten. Umso mehr genieße ich die seltenen Stunden mit Gleichgesinnten, in denen man sich der Hirnakrobatik, der Klugscheißerei und den sachlichen Streitgesprächen hingeben kann, aus denen man, auch wenn es nicht immer offensichtlich ist, wahrscheinlich klüger hervorgeht… Kommunikation schafft bzw. verändert Wissen, und das ist gut so.

Wie man vielleicht von Bertolt Brecht wissen kann, macht sich die Dummheit unsichtbar, indem sie sehr große Ausmaße annimmt. Und bei viel Dummheit sind kluge Köpfe ganz normal verdächtig! Unter Verdacht steht daher auch der Berliner Stadtsoziologe Andrej H., der aufgrund seiner Forschungsarbeit von der Polizei mit einer militanten Gruppe in Verbindung gebracht wurde. Es folgte eine einjährige Überwachung, bevor es zu guter Letzt zur Inhaftierung kam.

Soziologie und Stasi 2.0

Bisher sind nur wenige Details aus den Polizeiakten an die Öffentlichkeit gedrungen. Unter anderem, dass Andrej H. von der Polizei jene geistigen Fähigkeiten attestiert werden, die für das Verfassen der anspruchsvollen Schreiben jener militanten Gruppe notwendig wären. Außerdem hätte er als Wissenschafter Zugang zu umfangreichen Bibliotheken, die ihm bei der Erstellung dieser Schreiben hilfreich sein könnten.

Potzblitz! Man sollte in Zukunft wohl versuchen, einen weniger elaborierten Sprachgebrauch an den Tag zu legen, und vor allem Begriffe wie Gentrification oder Prekarisierung zu vermeiden. Zwei Schlüsselbegriffe, die Andrej H. mitunter in die Bredoullie brachten. Auch hier wurde schon einmal über das Prekariat geschrieben, und auch ich habe als Student Zugang zu umfangreichen Bibliotheken. Sollte ich mich bereits beobachtet fühlen???

Google Suche führte ins Gefängnis
[Der Standard, 23.08.2007]

Kommissar Google jagt Terroristen
[taz, 23.08.2007]

Das Verbrechen der Soziologie
[Saskia Sassen & Richard Sennet in der taz, 23.08.2007]

Durch Google-Suche in die Einzelhaft
[heise online, 22.08.2007]

Jede Wissenschaft würde unter einem Anfangsverdacht stehen
[Peter Nowak auf Telepolis, 09.08.2007]